Die Bundesnetzagentur meldete zum 1. Januar 2026 193.985 öffentliche Ladepunkte in Deutschland - bei über zwei Millionen batterieelektrischen Fahrzeugen im Bestand. Aus dieser Lücke folgt der Personalbedarf: Bis 2030 sieht der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 eine Million Ladepunkte vor, das sind über 800.000 zusätzliche Ladepunkte in fünf Jahren. Europaweit beschäftigt der Sektor 80.000 Beschäftigte in 3.500 Unternehmen; ChargeUp Europe prognostiziert bis 2035 222.000 Vollzeitstellen. Für Bewerber in Elektrotechnik, Softwareentwicklung und Projektmanagement entsteht ein Arbeitsmarkt, den die Elektrifizierung des Transports mindestens ein Jahrzehnt lang trägt.

Ladepunkte und Netzanschluss in Deutschland
Der deutsche Markt brach 2024 deutlich ein. Nach dem abrupten Ende des Umweltbonus im Dezember 2023 sanken die Neuzulassungen batterieelektrischer Pkw (BEV) um 27,4 Prozent auf 380.609 Fahrzeuge bei 13,5 Prozent Marktanteil. 2025 folgte die Erholung: 545.142 Neuzulassungen entsprachen einem Marktanteil von 19,1 Prozent, ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Anfang 2026 überschritt der Bestand die Zwei-Millionen-Marke.
Die Ladeinfrastruktur hält damit nicht Schritt. Die 193.985 öffentlichen Ladepunkte zum Stichtag 1. Januar 2026 verteilen sich auf 48.729 DC-Schnellladepunkte (plus 33 Prozent binnen Jahresfrist) und 145.256 AC-Normalladepunkte. Die installierte Gesamtleistung stieg auf 8,10 Gigawatt, ein Plus von 29 Prozent. Unter den Bundesländern führt Nordrhein-Westfalen mit 38.388 Ladepunkten, vor Bayern mit 37.264 und Baden-Württemberg mit 33.028. Vier Fünftel des Masterplan-Ziels fehlen noch.

Den Ausbau bremst vor allem der Netzanschluss. Genehmigung und Herstellung eines Mittelspannungsanschlusses dauern in Deutschland bis zu 18 Monate. Der im November 2025 beschlossene Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 reagiert darauf mit 41 Maßnahmen: digitalisierte Anschlussverfahren über Online-Portale, standardisierte Prozesse und eigene Förderprogramme für Depotladen im Güterverkehr. Seit Januar 2024 dürfen Netzbetreiber nach § 14a EnWG Wallboxen und Wärmepumpen bei drohender Netzüberlastung vorübergehend auf 4,2 Kilowatt dimmen; im Gegenzug dürfen sie den Anschluss weder verzögern noch verweigern.
Deutschlandnetz und private Schnellladekorridore
Mit rund 9.000 HPC-Ladepunkten (High Power Charging) an über 1.000 Standorten ist das Deutschlandnetz Europas größtes staatlich ausgeschriebenes Schnellladenetz. Es soll die Lücken im Fernstraßennetz und in ländlichen Regionen schließen; jeder Ladepunkt muss mindestens 200 Kilowatt dauerhaft und 300 Kilowatt in der Spitze liefern.
Die 23 Regionallose gingen im September 2023 an zehn Betreiber: E.ON Drive Infrastructure erhielt rund 140 Standorte mit mehr als 1.200 Ladepunkten, TotalEnergies 134 Standorte mit etwa 1.100, das Konsortium aus EWE Go und Hochtief rund 850 Ladepunkte. Die Autobahnlose für 200 unbewirtschaftete Rastplätze folgten im Februar 2024 und gingen an E.ON, TotalEnergies, Fastned und Autostrom. Die ersten Deutschlandnetz-Standorte öffneten im November 2024; Anfang 2026 folgte der 200.
Parallel baut die Privatwirtschaft eigene Schnellladekorridore. EnBW hat sich im Frühjahr 2025 Standorte an rund 200 Raststätten von Tank & Rast gesichert - die Gruppe betreibt rund 90 Prozent der deutschen Autobahnraststätten - und baut mit der REWE Group Schnellladeinfrastruktur an bis zu 1.000 Märkten bis 2030 aus. Zusammen mit den bestehenden EnBW-Schnellladern entsteht so ein zweites, privat finanziertes HPC-Netz neben dem Deutschlandnetz.
Der Personalbedarf in Planung und Bau ballt sich in den Jahren 2025 bis 2028; der Betrieb bleibt danach dauerhaft. Jeder Standort braucht Netzanschlussplanung, Tiefbau, Elektroinstallation, Inbetriebnahme und anschließenden Betrieb mit Wartung.
Fachkräftemangel in der Ladeinfrastruktur
Deutschland braucht bis 2030 350.000 zusätzliche Fachkräfte für die Energiewende. Den größten Einzelengpass sieht das IW Köln bei den Bauelektrikern: eine Lücke von 14.200 Fachkräften im Jahr 2024, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den energiewenderelevanten Berufen blieben 2024 insgesamt 18.300 Stellen unbesetzt; im MINT-Bereich liegt der Fachkräftemangel bei rund 133.900 Stellen.

Weltweit berichtet laut IEA mehr als die Hälfte der Energieunternehmen von kritischen Engpässen bei technischen Fachkräften. Wer den Status als Elektrofachkraft, Erfahrung in der Softwareentwicklung oder ein Projektmanagement-Profil mitbringt, verhandelt aus einer Position der Stärke.
Ladeleistungen: AC, DC, HPC und Megawattladen
Ladeinfrastruktur ist kein einheitliches Gewerk. Die Ladeleistung bestimmt den Arbeitsplatz, die Qualifikation und den Karriereweg.
AC-Laden bis 22 Kilowatt macht die Masse der Installationen aus. Wallboxen in Wohngebäuden, Tiefgaragen und an Firmenstandorten verlangen Standard-Elektroinstallation: Standortbewertung, Lastberechnung, Kabelverlegung, Erdung, Inbetriebnahme. Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) verpflichtet seit 2021 Bauherren größerer Neubauten zur Leitungsinfrastruktur für Ladepunkte; seit dem 1. Januar 2025 müssen bestehende Nichtwohngebäude mit über 20 Stellplätzen mindestens einen Ladepunkt vorhalten. Für ausgebildete Elektrofachkräfte führt hier der schnellste Weg in die Branche.
DC-Schnellladen von 50 bis unter 150 Kilowatt erhöht die Komplexität. Dazu kommen ein leistungsfähigerer Netzanschluss, häufig eine eigene Trafostation sowie Tiefbau für Fundamente und Kabelgräben. Die Wartung verlangt sowohl Elektrik- als auch Software-Diagnose, denn DC-Ladestationen sind vernetzte Geräte mit Firmware, angebunden über Mobilfunk-IoT an zentrale Managementplattformen.

HPC-Laden ab 150 Kilowatt erfordert Infrastrukturplanung. Dazu gehören ein eigener Mittelspannungsanschluss mit Transformatorstation, in einzelnen Fällen Batteriepuffer und eine aufwendige Auslegung der Leistungselektronik. Der Schnellladepark von EnBW am Kamener Kreuz mit 52 Ladepunkten zu je 300 Kilowatt gleicht eher einem Umspannwerk als einer Wallbox-Installation. Die Netzintegration von Lasten im Megawattbereich in Verteilnetze, die dafür nie ausgelegt waren, berührt unmittelbar die Felder intelligente Stromnetze und Energiespeicherung.
Megawattladen (MCS) zielt auf den Schwerlastverkehr ab. Der Standard SAE J3271 erschien im März 2025 und erlaubt Ladeleistungen bis 3,75 Megawatt. Im September 2025 ging im HoLa-Forschungsprojekt Deutschlands erster öffentlicher MCS-Ladepunkt an der A2 bei Bielefeld in Betrieb. Scania kündigte MCS-fähige Lkw für Mitte 2026 an; E.ON und MAN installieren Schnelllader an 125 MAN-Servicestandorten.
Berufsbilder entlang der Wertschöpfungskette
Planung und Standortentwicklung
Standortentwickler bewerten mögliche Standorte nach Kundenfrequenz, freier Netzkapazität, Autobahnnähe und Ausweisung im Flächennutzungsplan; anschließend verhandeln sie die Miet- oder Pachtverträge. Netzanschluss-Ingenieure stellen das Netzanschlussbegehren beim zuständigen Verteilnetzbetreiber, spezifizieren den Leistungsbedarf und planen den Anschluss bis zum Standort. Genehmigungsmanager bringen Bauanträge und Genehmigungen durch die Behörden, deren Auflagen von Kommune zu Kommune verschieden ausfallen. In reiferen europäischen Märkten hat sich der Personalbedarf 2025 vom Ausbau zum Betrieb verlagert; gesucht sind dort vor allem Projektleiter und Country Manager, während in Deutschland die Bauphase des Deutschlandnetzes Planer und Bauleiter bindet.
Installation und Inbetriebnahme
Hier dürfte der größte Teil der Beschäftigten arbeiten. Eine ICCT-Studie prognostiziert, dass über 78.000 der 160.000 Arbeitsplätze in der US-Ladeinfrastruktur bis 2032 auf Elektroinstallation, Wartung und Instandsetzung entfallen; in Europa dürfte die Verteilung ähnlich ausfallen.

Installationstechniker führen Standortbegehungen durch, montieren die Ladesäulen, verlegen Kabel, konfigurieren Ladestationen und nehmen sie in Betrieb. Hinzu kommen die Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600, der Kommunikationstest mit der Plattform und die Übergabe an den Betreiber. Inbetriebnahme-Ingenieure bringen DC- und HPC-Standorte ans Netz, prüfen die Schutzeinrichtungen und messen die Ladekurven nach.
Service und Wartung
Servicetechniker im Außendienst beheben Störungen vor Ort: Softwarefehler, Probleme in der Netzwerktechnik, defekte Schütze, beschädigte Kabel und Displays. Der Werkzeugkoffer umfasst Multimeter, Netzanalysatoren, Prüfgeräte für Ladestationen und Mobilfunk-Messtechnik, denn eine Ladestation ohne Datenverbindung kann weder Nutzer authentifizieren noch Zahlungen abwickeln.
Leitstelle und Betriebsführung
Ladenetze werden von zentralen Leitstellen aus überwacht. Leitstellen-Ingenieure (NOC) überwachen die Verfügbarkeit der Ladepunkte, diagnostizieren Fehler aus der Ferne, spielen Firmware-Updates auf und geben Hardwareprobleme an den Außendienst weiter. Energiemanagement-Spezialisten optimieren Ladeprofile, um Netzbelastung und Stromkosten zu senken. Beim Depotladen zählt das besonders: Dutzende Fahrzeuge laden über Nacht, und der Lastgang wird nach Tarifen und Abfahrtszeiten gesteuert. Die Arbeit liegt an der Schnittstelle von Energiesystemen und IT-Betrieb.
Software und Plattformen
Nahezu jede öffentliche Ladestation kommuniziert über das Open Charge Point Protocol (OCPP) mit einem zentralen Managementsystem (Charging Station Management System, CSMS). Backend-Entwickler bauen Microservices für Abrechnung, Auswertung, Firmware-Updates und Roaming, also das netzübergreifende Laden, das einem Fastned-Kunden die Nutzung einer IONITY-Station ermöglicht. Data Scientists entwickeln Algorithmen für Energieoptimierung, Echtzeit-Monitoring und vorausschauende Wartung. Cybersicherheits-Spezialisten verantworten TLS-Verschlüsselung, PCI-DSS-Konformität und den Schutz vernetzter Infrastruktur.
Hardware-Entwicklung
Leistungselektronik-Ingenieure konstruieren den Kern von DC-Ladestationen: AC-DC-Wandlerstufen, Leistungsfaktorkorrektur und Thermomanagement. Mit dem Übergang zu 400 Kilowatt und bidirektionalem Betrieb steigt der Aufwand erheblich. Embedded-Firmware-Ingenieure programmieren die Steuerungen der Ladestationen, von der Bedienlogik über Schutzabschaltungen bis zu Kommunikationsprotokollen. Solche Stellen gibt es vor allem bei den Herstellern: Alpitronic, Kempower, ABB E-mobility, Delta Electronics.
Flottenelektrifizierung
Das Fuhrparkmanagement für Elektroflotten hat sich zu einem eigenen Berufsfeld entwickelt. Manager für Flottenelektrifizierung planen den Umstieg von Bus-, Lkw- und Transporterflotten auf Elektroantrieb, dimensionieren die Ladeinfrastruktur im Betriebshof und modellieren den Energiebedarf. In Deutschland waren 2025 fast 50 Prozent aller neuen Stadtbusse elektrisch; insgesamt fuhren knapp 5.000 E-Busse in 222 Städten und Regionen. Hamburg setzt 709 E-Busse ein, Berlin 277. Den Hamburger Betriebshof Harburg rüstet Siemens mit 20 Sicharge-UC-Ladepunkten zu je 150 Kilowatt aus.

Gehälter in Deutschland
| Beruf | Deutschland (EUR) |
|---|---|
| Installationstechniker / Elektrofachkraft | 39.000 - 68.000 |
| Elektroingenieur (Ladeinfrastruktur) | 58.000 - 96.000 |
| Leistungselektronik-Ingenieur | 55.000 - 84.000 |
| Softwareentwickler (Ladeplattformen) | 74.000 - 112.000 |
| Projektmanager Elektromobilität | 50.700 - 69.700 |
| Ladeinfrastruktur (Branchendurchschnitt) | 54.000 - 68.000 |
Bruttojahresgehälter. Der Median der Bruttojahresverdienste von Vollzeitbeschäftigten lag 2025 bei rund 54.100 Euro. In Ballungsräumen wie München, Stuttgart und Hamburg liegen die Gehälter typischerweise 10 bis 15 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Die Werte für Softwareentwickler beziehen sich auf mittlere und Senior-Positionen (Ravio P3/M3). Quellen: SalaryExpert, StepStone, Glassdoor, Ravio, jobvector (2025/2026).
Arbeitsbedingungen
Im Außendienst wird gefahren, geschleppt und bei jedem Wetter gearbeitet. Installationstechniker und Servicetechniker fahren täglich zu Standorten und arbeiten unter freiem Himmel. Die Arbeit umfasst das Heben schwerer Komponenten, das Verlegen von Kabeln in beengten Räumen und langes Stehen. DC- und HPC-Installationen sind Baustellen: Helm, Sicherheitsschuhe, Warnweste. Gleichspannungssysteme von 400 bis 1.000 Volt gelten elektrotechnisch noch als Niederspannung, sind aber lebensgefährlich und unterliegen strengen Sicherheitsvorschriften. Vor jedem Eingriff gelten die fünf Sicherheitsregeln nach DIN VDE 0105-100 - freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte Teile abdecken -, dazu Störlichtbogen-Schutzkleidung; die Gefährdungsbeurteilung nach DGUV Vorschrift 3 liegt jeder Tätigkeit zugrunde. Im Service gehört Rufbereitschaft außerhalb der regulären Arbeitszeit dazu, weil eine defekte Ladesäule an einer Autobahnraststätte nicht bis Montag wartet.
Am Bildschirm wird entwickelt, ausgewertet und überwacht. Entwickler und Analysten arbeiten in der Regel zu üblichen Bürozeiten; die Leitstelle läuft rund um die Uhr im Schichtbetrieb. Plattformentwicklung bei Unternehmen wie Monta, ev.energy oder Octopus Electroverse findet oft vollständig im Homeoffice statt; die Teams sind über mehrere Länder verteilt. Wer in Standortakquise, Geschäftsentwicklung oder im Partnermanagement arbeitet, ist häufig unterwegs.
Frauen bleiben in der Minderheit. In den erneuerbaren Energien liegt ihr Anteil laut IRENA weltweit bei 32 Prozent, in der Elektroinstallation deutlich darunter. Die Initiative Women in eMobility von ChargeUp Europe will diesen Anteil erhöhen.
Ausbildung und Qualifikationen
Der direkteste Weg führt über die Elektrotechnik. In Deutschland setzt die Installation von Ladestationen den Status als Elektrofachkraft voraus, nachgewiesen durch eine abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker, Elektrotechniker oder Elektrotechnikermeister und einschlägige Berufserfahrung. Die Arbeit unterliegt der DGUV Vorschrift 3 sowie den Normen DIN VDE 0100-722 (Stromversorgung für Elektrofahrzeuge) und DIN EN IEC 61851-1 (VDE 0122-1, konduktive Ladesysteme). Installationsbetriebe müssen nach § 13 NAV im Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers eingetragen sein. TÜV SÜD und DGWZ bieten Prüfseminare für Ladestationen an.
Quereinstieg aus anderen Branchen
Aus der Telekommunikation und Netzwerktechnik gelingt der Wechsel am reibungslosesten: OCPP, das Protokoll zwischen Ladestation und Cloud, ist strukturell mit dem Netzmanagement der Telekommunikation vergleichbar. Kenntnisse in Netzwerküberwachung, Störungsmanagement, 4G/5G-Konnektivität und Systemintegration sind in der Leitstelle und im Smart Charging direkt einsetzbar.

Aus dem Software-Engineering wechseln Backend-Entwickler, Cloud-Ingenieure und DevOps-Fachleute ohne Umweg in die CSMS-Entwicklung, die OCPP-Implementierung, die API-Integration und die Datenanalyse für Ladenetze. Python, Kubernetes, Microservices und Erfahrung mit Echtzeitsystemen sind gefragt.
Aus dem Kfz-Gewerbe wechseln Kfz-Mechatroniker mit Hochvolt-Qualifikation nach DGUV Information 209-093, die in Vertragswerkstätten inzwischen Standard ist. Für ortsfeste Ladeinfrastruktur gelten sie damit aber noch nicht als Elektrofachkraft; der Wechsel verlangt die Zusatzqualifikation nach DGUV Vorschrift 3, die Handwerkskammern, TÜV und Hersteller anbieten.
Aus angrenzenden Branchen bringen Bauelektriker mit GEIG-Erfahrung, Fachkräfte für Arbeitssicherheit aus dem Anlagenbau und Tiefbauplaner aus dem Straßenbau direkt einsetzbare Kenntnisse mit. Wer aus der Photovoltaik-Installation kommt, schafft den Wechsel in die DC-Ladetechnik mit einer Herstellerschulung bei Alpitronic, Kempower oder ABB.
Wichtige Arbeitgeber
Ladenetzbetreiber in Deutschland
- EnBW mobility+ - Karlsruhe, Deutschlands größter Schnellladenetzbetreiber mit mehr als 8.000 Schnellladepunkten; HyperNetz mit Roaming-Zugang zu mehr als 900.000 Ladepunkten europaweit; Tochter ChargeHere für das Laden am Arbeitsplatz
- E.ON Drive Infrastructure - Essen, mehr als 9.000 öffentliche Ladepunkte in elf europäischen Ländern; Zuschläge für Regional- und Autobahnlose im Deutschlandnetz; V2G-Partner von BMW
- IONITY - München, über 6.400 HPC-Ladepunkte mit bis zu 350 Kilowatt an rund 890 Standorten in 24 Ländern; Gemeinschaftsunternehmen von BMW, Ford, Hyundai, Mercedes-Benz, dem VW-Konzern und BlackRock; im November 2025 Eröffnung der 800. Station
- EWE Go - Oldenburg, mehr als 3.000 öffentliche Ladepunkte; Konsortialpartner von Hochtief im Deutschlandnetz; Schwerpunkt in Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg
- Mer Germany - München, seit Juli 2026 Teil von Eviny Elektrifisering, dem Zusammenschluss der Schnellladesparten von Eviny und Statkraft; Schwerpunkt Depotladen für gewerbliche Flotten
- Allego - Niederlande, deutsche Niederlassungen in Berlin und Düsseldorf, mehr als 34.000 Ladepunkte in 15 europäischen Ländern; Deutschlandnetz-Regionallos
- TotalEnergies - Frankreich, rund 80.000 Ladepunkte europaweit; drei Regionallose im Deutschlandnetz
- Fastned - Niederlande, 434 Stationen in neun Ländern (Mitte 2026), überwiegend mit Solardach; Deutschlandnetz-Autobahnlos; an der Euronext notiert
Hardwarehersteller
- Alpitronic - Bozen (Südtirol), Hersteller des Hyperchargers, Europas am weitesten verbreiteter HPC-Ladesäule; rund 1.100 Mitarbeiter; inhabergeführt
- ABB E-mobility - Schweiz, über eine Million ausgelieferte Ladestationen in mehr als 85 Ländern; rund 1.100 Mitarbeiter in der E-Mobilitätssparte; lieferte Deutschlands ersten MCS-Ladepunkt an der A2
- Kempower - Finnland, modular aufgebaute DC-Ladesysteme; rund 820 Mitarbeiter; Pionier im Megawattladen für schwere Nutzfahrzeuge; an der Nasdaq Helsinki notiert
- Compleo (Kostal-Gruppe) - Dortmund, AC- und DC-Ladetechnik; nach der Insolvenz 2023 von Kostal übernommen, 2025 wurde die Fertigung aus Dortmund in andere Kostal-Werke verlagert
- MAHLE chargeBIG - Stuttgart, Spezialist für AC-Laden am Arbeitsplatz mit dynamischem Lastmanagement
Software- und Plattformanbieter
- Hubject - Berlin, betreibt das weltweit größte eRoaming-Netzwerk mit über 1,1 Millionen Ladepunkten in mehr als 70 Ländern; gegründet 2012 von BMW, Bosch, Daimler, EnBW, RWE (später innogy) und Siemens
- The Mobility House - München, Pionier beim bidirektionalen Laden; die ChargePilot-Plattform steuert mehr als 2.700 Ladestandorte; V2G-Partner von Mercedes-Benz
- Monta - Kopenhagen, Betriebsplattform für die Ladepunkte von Betreibern und Flotten; über 200 Mitarbeiter aus 47 Nationen
Batteriewerke und Hochvolt-Inbetriebnahme
Hochvolt-Erfahrung gibt es auch in der deutschen Batterieindustrie, und die Wege von dort in die Ladeinfrastruktur sind kurz. Das Zellwerk in Heide blieb nach der Northvolt-Insolvenz im März 2025 unvollendet; im Juli 2026 unterzeichnete Lyten eine Absichtserklärung zur Übernahme des Standorts. Bei Berlin bleibt Tesla in Grünheide einer der größten Arbeitgeber im Bereich der Hochvolt-Inbetriebnahme. Das Batteriezellwerk in Salzgitter der Volkswagen-Tochter PowerCo nahm im Dezember 2025 die Serienproduktion auf und beschäftigt am Standort rund 2.000 Menschen. Wer dort Erfahrung mit Batteriemanagement und Hochvolt-Prüfung sammelt, bringt mit, was HPC- und MCS-Inbetriebnahme verlangen.
Flottenbetreiber
- DHL Group / E.ON - Bonn, setzt weltweit mehr als 42.000 Elektrofahrzeuge ein, davon in Deutschland 32.400 E-Transporter und 16 E-Lkw; eigenes Lade- und Lastmanagementsystem
- Zenobe - London, größter Eigentümer von E-Bus-Flotten in Großbritannien mit rund 25 Prozent Marktanteil; verwaltet mehr als 3.400 Elektrofahrzeuge an 122 Standorten; seit 2026 auch in Deutschland aktiv
Arbeiten im Ausland: Österreich und die Schweiz
Österreich ist der kleinere Markt. BEV erreichten 2025 einen Marktanteil von 21 Prozent bei Neuzulassungen. AustriaTech zählte im Januar 2026 rund 36.000 öffentliche Ladepunkte, davon rund 9.900 Schnell- und Ultraschnellladepunkte. An 44 ASFINAG-Raststationen stehen über 300 Ladepunkte und schrieb im September 2025 eine Konzession für Schnellladeparks auf 21 Rastplätzen aus; der Zuschlag wird für Ende 2026 erwartet. Smatrics EnBW, das Gemeinschaftsunternehmen der beiden Namensgeber, betreibt rund 680 Schnellladepunkte und ist der größte HPC-Anbieter des Landes. Wien Energie kam Ende 2025 in der Stadt auf rund 2.500 Ladepunkte, rund zwei Drittel des öffentlichen Angebots. An der FH Technikum Wien deckt der Bachelorstudiengang Elektronik (Vertiefung Power Electronics und Nachhaltige Energietechnik) das Feld ab; Elektromobilität ist dort Schwerpunkt im letzten Studienjahr.
In der Schweiz liegen die Gehälter der Branche deutlich über dem deutschen Niveau; ein Techniker kommt laut jobs.ch im Kanton Zürich im Schnitt auf rund 80.000 Franken brutto. GOFAST und MOVE, das seit Juli 2025 Energie 360° gehört, bauen ihre Schnellladenetze aus. Die Schweiz unterliegt nicht der EU-Verordnung über Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR), folgt aber faktisch denselben Vorgaben.
Technologietrends: V2G und Megawattladen
Schon im September 2025 starteten BMW und E.ON Deutschlands erstes kommerzielles Angebot für bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid, V2G): Kunden erhalten bis zu 720 Euro jährlich, dazu 0,40 Euro für jede rückgespeiste Kilowattstunde. Am 13. November 2025 beseitigte der Bundestag dann die doppelte Netzentgeltbelastung für rückgespeisten Strom und damit die zentrale wirtschaftliche Hürde. Mercedes-Benz und The Mobility House planen V2G für den neuen GLC ab 2026. Der globale V2G-Markt erreichte 2024 ein Volumen von 3,2 Milliarden US-Dollar, bei prognostizierten 38 Prozent Wachstum pro Jahr.

Damit entsteht ein neues Anforderungsprofil. Gesucht sind Techniker, die bidirektionale Protokolle, dynamisches Lastmanagement und die Kopplung von Fahrzeugbatterien an Energiespeicher- und Smart-Grid-Systeme beherrschen. Megawattladen im Transport erreicht die zehnfache Leistung heutiger Schnelllader; dafür sind zusätzlich Fachleute für Mittel- und Hochspannung, Netzplaner und Tiefbauingenieure nötig.
Angrenzende Sektoren
Ladeinfrastruktur verbindet Energiewirtschaft, Mobilität und IT. Spezialisten für Netzintegration wechseln ohne Umschulung zwischen Ladeinfrastruktur und intelligenten Stromnetzen. In der Energiespeicherung und an Wasserstoff-Brennstoffzellen arbeiten Leistungselektronik-Ingenieure mit denselben Grundlagen. Flottenelektrifizierung überschneidet sich mit stationären Speichern im Betriebshof, und V2G verwischt die Grenze zwischen Ladestation und stationärem Speicher zusehends.
Ausblick 2030
Die Lücke zwischen den 193.985 öffentlichen Ladepunkten zu Jahresbeginn 2026 und dem Masterplan-Ziel von einer Million bis 2030 erfordert jährlich rund 160.000 neue Ladepunkte, mehr als fünfmal so viele wie der bisherige Höchstwert von knapp 28.700 im Jahr 2025. Selbst wenn nur die Hälfte davon gebaut wird, liegt die Zahl der jährlich zu planenden, zu bauenden und in Betrieb zu nehmenden Ladepunkte weit über dem heutigen Niveau. ChargeUp Europe rechnet bis 2035 mit 222.000 Vollzeitstellen im Sektor in Europa. Das wäre fast eine Verdreifachung gegenüber heute. Wie viel davon auf Deutschland, Österreich und die Schweiz entfällt, hängt davon ab, wie schnell die Lücke von 14.200 Fachkräften in der Bauelektrik geschlossen wird und wie viele Quereinsteiger aus der Photovoltaik, der Telekommunikation und der IT in den kommenden drei Jahren wechseln.