Energieaudits-Jobs in den erneuerbaren Energien
Energieaudits-Jobs in der erneuerbaren Energie
Energieauditoren erfassen systematisch, wo und wofür ein Unternehmen Energie verbraucht, und bewerten Einsparmaßnahmen nach Kosten, Wirkung und Amortisationszeit, in Deutschland in der Regel nach DIN EN 16247-1. Die Arbeit ist in Deutschland gesetzlich verankert: Nach dem Energiedienstleistungsgesetz müssen alle Unternehmen, die keine KMU sind und weniger als 7,5 Gigawattstunden im Jahr verbrauchen, alle vier Jahre ein Energieaudit von qualifizierten und beim BAFA registrierten Auditoren durchführen lassen. Wer darüber liegt, muss nach dem Energieeffizienzgesetz ein Energie- oder Umweltmanagementsystem betreiben.
Audit, Beratung und Managementsystem
Im Alltag verschwimmen drei Begriffe, die rechtlich klar getrennt sind. Das Energieaudit nach EDL-G ist eine befristete Analyse eines Unternehmens mit Begehung, Messungen, Lastgangauswertung und einem Maßnahmenkatalog. Die Energieberatung für Wohngebäude folgt eigenen Förderregeln und endet oft in einem Sanierungsfahrplan. Ein Managementsystem nach ISO 50001 schließlich ist Daueraufgabe des Unternehmens selbst und gehört eher zum Energiemanagement. Viele Auditoren arbeiten in allen drei Welten, doch die Qualifikationsnachweise und die Stellenprofile unterscheiden sich.
Seit dem Energieeffizienzgesetz ist eine zusätzliche Aufgabe entstanden. Unternehmen mit mehr als 2,5 Gigawattstunden Jahresverbrauch müssen die wirtschaftlichen Maßnahmen aus Audit oder Managementsystem in Umsetzungsplänen zusammenfassen, von externen Experten prüfen lassen und veröffentlichen. Das BAFA kontrolliert die Pflichten per Stichprobe. Auditoren prüfen damit nicht mehr nur Einsparpotenziale, sondern auch, ob ein Plan belastbar ist.
Was sich durch erneuerbare Energien ändert
Ein klassisches Audit fragte, wo sich Verbrauch senken lässt. Heute geht es zusätzlich darum, wie Eigenerzeugung, Wärmepumpen, Abwärmenutzung und Lastverschiebung zum Lastprofil eines Betriebs passen. Ein Auditor, der eine Druckluftanlage bewertet, rechnet deshalb immer häufiger auch aus, ob eine Photovoltaikanlage auf dem Hallendach den Mittagsverbrauch deckt oder ob ein Wärmenetz günstiger wäre als der Gaskessel. Die Grenze zur Energieeffizienz im Anlagenbau und zur Gebäudeenergieeffizienz ist fließend.
Auch auf EU-Ebene wächst der Kreis der Pflichtigen. Die überarbeitete Energieeffizienzrichtlinie knüpft die Auditpflicht an den Energieverbrauch statt an die Unternehmensgröße und bezieht damit auch verbrauchsstarke KMU ein. Für Deutschland, Österreich und die übrigen Mitgliedstaaten bedeutet das mehr Pflichtaudits und mehr Bedarf an zugelassenen Auditoren.
Arbeitgeber und Stellenprofile
In Deutschland zählt BEW Berliner Energie und Wärme zu den Arbeitgebern mit Anzeigen in diesem Feld, passend zum Umbau der Berliner Fernwärme. Berlin und Hamburg sind die häufigsten deutschen Einsatzorte. International suchen Energiedienstleister wie CLEAResult und Ameresco, Versorger wie EDF Energy und Southern California Edison sowie VINCI Energies und der tschechische Blockheizkraftwerk-Hersteller TEDOM. Die Titel reichen vom Residential oder Commercial Energy Auditor über den Energy Engineer bis zum britischen Domestic Energy Assessor, der Energieausweise für Wohnungen erstellt.
Der typische Weg führt über ein technisches Studium oder eine Meister- beziehungsweise Technikerausbildung mit Berufserfahrung, die das BAFA für die Registrierung verlangt. Wer Audits mit Messtechnik, Wirtschaftlichkeitsrechnung und Kenntnis der Fördermittel verbindet, wechselt häufig in die Rolle des Energiemanagers eines Industriebetriebs, wo aus dem Maßnahmenkatalog ein Budget wird.
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