Jobs in der Geothermie

Rejobs Editorial Team · 16. März 2026

Geothermie nutzt die Wärme des Erdinneren zur Strom- und Wärmeerzeugung und liefert dabei Grundlast mit einem Kapazitätsfaktor von über 90 % - rund um die Uhr, wetterunabhängig, jahreszeitenunabhängig. Weltweit arbeiten rund 91.500 Menschen in der geothermischen Strom- und Wärmeproduktion. In Deutschland steht die Branche vor einer beispiellosen Expansion: Der Bundestag verabschiedete im Dezember 2025 das Geothermie-Beschleunigungsgesetz, das Genehmigungsverfahren auf ein Jahr begrenzt und Geothermie als im überragenden öffentlichen Interesse liegend einstuft. Für die Energiewende spielt Geothermie eine Sonderrolle: Sie kann dekarbonisieren, was Wind- und Solarenergie allein nicht schaffen - die Wärmeversorgung von Gebäuden und Industrie.

Deutschlands Geothermie-Aufbruch

Deutschland betreibt 42 tiefe Geothermieanlagen - 31 davon liefern ausschließlich Wärme, 2 ausschließlich Strom, der Rest beides. Dazu kommen 16 Anlagen im Bau und 155 Projekte in der Planungsphase, fast doppelt so viele wie im Januar 2023. Das Ziel der Bundesregierung: eine Verzehnfachung der geothermischen Wärmeproduktion von 1,8 auf 10 TWh pro Jahr bis 2030. Laut der Roadmap von Fraunhofer IEG und Helmholtz würde das rund 24.000 neue Arbeitsplätze schaffen; bis 2040 könnten bis zu 100.000 Menschen in der Geothermie beschäftigt sein.

Zwei politische Instrumente beschleunigen den Ausbau. Das Geothermie-Beschleunigungsgesetz stellt Wärmeleitungen mit Gas- und Wasserstoffleitungen gleich und verkürzt Genehmigungsverfahren. Seit Dezember 2025 steht zudem der KfW-Förderkredit Geothermie bereit - ein Kreditprogramm mit Bohrrisikoabsicherung durch die Münchener Rück, das in den ersten drei Jahren mindestens 65 Geothermieprojekte unterstützen soll.

Die Folge für den Arbeitsmarkt: Es wird gebohrt wie nie zuvor. Daldrup & Söhne hat einen Auftragsbestand von über 130 Millionen Euro und bohrt parallel an mehreren Standorten in Bayern und Brandenburg. Stadtwerke München plant zehn Geothermieanlagen mit über 50 Tiefenbohrungen, um bis 2040 rund 560.000 Haushalte geothermisch zu versorgen. In Geretsried lieferte Eavor Technologies im Dezember 2025 den weltweit ersten kommerziellen Strom aus einem geschlossenen geothermischen Kreislauf ins deutsche Netz. Und Vulcan Energy Resources hat für sein Lionheart-Projekt im Oberrheingraben - Geothermie kombiniert mit Lithiumgewinnung - 2,2 Milliarden Euro an Finanzierung gesichert.

Balkendiagramm der installierten Geothermie-Kapazität nach Ländern

Installierte Geothermie-Kapazität nach Ländern. Interaktive Version. Quelle: Our World in Data / CC BY 4.0

Technologien - was sie für die Arbeit bedeuten

Geothermie ist nicht eine Technologie. Es sind mindestens vier - mit unterschiedlichen Arbeitsplätzen und Qualifikationsprofilen.

Konventionelle Kraftwerke

Trockendampf-Anlagen leiten Dampf direkt aus dem Untergrund auf Turbinen - die einfachste, aber seltenste Variante (Larderello in Italien, The Geysers in Kalifornien). Flash-Anlagen pumpen heißes Wasser über 182 °C und erzeugen Dampf durch Druckabsenkung; sie dominieren in Indonesien, Kenia und der Türkei. Binärzyklus-Anlagen (ORC - Organic Rankine Cycle) nutzen niedrigere Temperaturen unter 180 °C über einen Sekundärkreislauf und werden zur dominanten Technologie für Neubauten. In Deutschland sind fast alle geothermischen Stromanlagen ORC-basiert.

Wer an einer geothermischen Kraftanlage arbeitet, überwacht Turbinen, steuert Bohrlochdrücke, bekämpft Korrosion durch geothermische Sole und koordiniert mit Bohrteams. Die Arbeit ähnelt dem Betrieb konventioneller Kraftwerke, ergänzt um die Herausforderungen geothermischer Fluidchemie.

Erweiterte Geothermiesysteme (EGS)

Erweiterte Geothermiesysteme schaffen künstliche Reservoire in heißem Gestein durch hydraulische und thermische Stimulation - eine Adaption von Öl- und Gastechnologien für erneuerbare Energie. Fervo Energy in Utah baut mit horizontalem Bohren und Glasfasersensorik eine 500-MW-Anlage; 53 % der neuen geothermischen Stromabnahmeverträge zwischen 2021 und 2024 entfielen auf EGS-Technologien. In Geretsried setzt Eavor auf ein geschlossenes Kreislaufsystem ohne Fracking und ohne Wasserverbrauch - das Eavor-Loop-System bohrt 4,5 km tief und benötigt keine natürliche Gesteinspermeabilität.

Für Fachkräfte aus der Öl- und Gasindustrie bieten EGS den direktesten Übergangspfad: Richtungsbohren, Bohrspülungen, Downhole-Instrumentierung und Echtzeit-Datenanalyse übertragen sich nahezu 1:1. Die Unterschiede: höhere Temperaturen (300 °C+), längere Bohrlochlebensdauer und ein regulatorisches Umfeld der erneuerbaren Energien.

Fernwärme

Fernwärme ist der für Deutschland relevanteste Anwendungsfall. München, Hamburg, Prenzlau, Pullach - überall entstehen geothermische Wärmenetze. Die Arbeit umfasst den Betrieb von Rohrleitungsnetzen, Wärmetauschern und Kundenstationen - Infrastruktur vergleichbar mit kommunalen Wassernetzen, aber mit Wasser bei 60-90 °C. Wartungstechniker inspizieren Leitungen, diagnostizieren Leckagen und steuern saisonale Lastschwankungen. Anders als bei Kraftwerken auf abgelegenen Vulkanfeldern liegt der Arbeitsplatz in der Stadt.

Geothermie Arena Unterhaching bei München, beleuchtet bei Nacht

Geothermie Arena Unterhaching bei München. Quelle: Alexander Petek / CC BY-SA 4.0

Wärmepumpen

Wärmepumpen (Erdwärme-Wärmepumpen / GSHP) nutzen oberflächennahe Erdwärme aus 1-200 m Tiefe und sind technisch eine andere Disziplin als Tiefengeothermie. Die Arbeit ist näher am Heizungshandwerk als am Reservoiringenieurwesen. Der deutsche Markt für Wärmepumpen schwankt - die European Heat Pump Association verzeichnete 2024 einen Absatzrückgang von 64 % in Tschechien und ähnliche Schwankungen in Deutschland -, langfristig treibt die Gebäudeelektrifizierung das Wachstum. Für diesen Artikel konzentrieren wir uns auf die Tiefengeothermie; Wärmepumpen-Installateure bilden eine eigene, deutlich größere Berufsgruppe.

Berufe in der Geothermie

Bohringenieure und Bohrteams

Bohringenieure planen Bohrpfade, wählen Bohrköpfe, überwachen Spülungsprogramme und koordinieren Bohrkampagnen. Geothermische Bohrungen können 5.000 m Tiefe überschreiten und Temperaturen über 300 °C erreichen. Der Job erfordert lange Schichten auf der Baustelle und häufig Einsätze an wechselnden Standorten. Bohrarbeiter bedienen die Anlage: Hebezug, Verrohrung, Zementation. Es ist die Rolle, in die Fachkräfte aus der Öl- und Gasbranche am leichtesten wechseln - Ausrüstung, Abläufe und Fachsprache sind nahezu identisch.

Nahaufnahme eines Bohrkopfs für geothermische Tiefenbohrungen

Bohrkopf für eine geothermische Tiefenbohrung. Quelle: Robin Müller / CC BY-SA 3.0

Geothermie-Ingenieure

Geothermie-Ingenieure entwerfen Anlagen, optimieren Betriebsparameter und lösen technische Probleme - von der Dimensionierung von Wärmetauschern bis zur Steuerung des Reinjektionsprozesses. In Deutschland liegt das Gehalt bei durchschnittlich 80.600 €/Jahr, mit einer Spanne von 55.000 bis 98.000 €.

Reservoiringenieure

Reservoiringenieure modellieren unterirdische Fluidströmungen, prognostizieren die Produktivität von Bohrungen und planen Bohrkampagnen. Die analytisch anspruchsvollste Rolle in der Geothermie, die fundierte Kenntnisse in Thermodynamik, Strömungsmechanik und numerischer Modellierung voraussetzt. Glassdoor meldet für Deutschland ein Durchschnittsgehalt von 87.500 €/Jahr.

Geologen und Geophysiker

Explorationsgeologen identifizieren geothermische Ressourcen durch Oberflächenuntersuchungen, geochemische Proben und geologische Kartierung. Reservoirgeologen interpretieren Bohrdaten und erstellen Untergrundmodelle. Geophysiker führen seismische Messungen durch und werten diese aus - in Europa hat sich die Zahl seismischer Kampagnen 2024 auf ein Rekordhoch von 17 fast verdoppelt. Das Gehaltsspektrum liegt bei 58.000-95.000 €/Jahr in Deutschland.

Projektmanager

Projektmanager steuern die Entwicklung vom Genehmigungsverfahren bis zur Inbetriebnahme: Koordination von Bohrunternehmern, Ausrüstungslieferanten, Umweltgutachtern und Netzbetreibern bei Multi-Millionen-Euro-Budgets über 3-7 Jahre. Die Rolle erfordert technisches Verständnis, Verhandlungsgeschick und Kenntnisse des Bergrechts. Die Gehaltsspanne liegt bei 60.000-110.000 €/Jahr.

Fernwärme-Betrieb

Fernwärmetechniker überwachen Netzdrücke, Temperaturen und Durchflussmengen, reagieren auf Leckagen und koordinieren Wartungsarbeiten. Der Beruf erfordert Kenntnisse in Hydraulik, thermischer Energietechnik und städtischer Infrastruktur. Das Gehalt liegt bei 49.000-73.000 €/Jahr in Deutschland.

Geothermie-Bohranlage GeneSys am Standort Hannover

Geothermie-Bohranlage des GeneSys-Projekts in Hannover. Quelle: T. Agemar / CC BY 4.0

Bauingenieure

Bauingenieure passen in die Projektentwicklung von Geothermieanlagen, Wärmenetzinfrastruktur und Bohrplatzgestaltung. Genehmigungsverfahren, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Standortplanung erfordern die gleichen Kompetenzen wie im Straßen- oder Tiefbau.

Gehaltsübersicht

Rolle Deutschland Österreich Schweiz
Geothermie-Ingenieur 55.000 - 98.000 € 50.000 - 85.000 € 95.000 - 140.000 CHF
Reservoiringenieur 71.000 - 104.000 € 62.000 - 90.000 € 100.000 - 150.000 CHF
Bohringenieur 68.000 - 111.000 € 58.000 - 95.000 € 100.000 - 180.000 CHF
Geologe / Geophysiker 58.000 - 95.000 € 42.000 - 65.000 € 82.000 - 150.000 CHF
Projektmanager 60.000 - 110.000 € 51.000 - 79.000 € 92.000 - 120.000 CHF
Kraftwerksoperator 46.000 - 76.000 € 34.000 - 55.000 € 61.000 - 111.000 CHF
Fernwärmetechniker 49.000 - 73.000 € 31.000 - 54.000 € ~78.000 CHF
Wärmepumpen-Installateur 39.000 - 65.000 € 26.000 - 37.000 € 48.000 - 95.000 CHF

Bruttojahresgehälter. Deutsche Daten auf Basis von SalaryExpert, Glassdoor, StepStone und meingehalt.net (2025/2026). Österreichische Daten auf Basis von karriere.at, Glassdoor und AMS Berufslexikon. Schweizer Daten auf Basis von SalaryExpert, lohnanalyse.ch und lohnspiegel.org. Geothermie-spezifische Gehaltserhebungen existieren kaum; die Angaben basieren auf allgemeinen Energietechnik-Rollen und vergleichbaren Positionen. Orientierungskurs: 1 CHF ≈ 1,05 €.

Arbeitsbedingungen: ehrlich betrachtet

Viele Geothermie-Jobs in der Tiefenbohrung und Kraftwerkstechnik sind körperlich fordernd. Bohrbaustellen bedeuten Schichtarbeit - typisch sind 14 Tage Einsatz / 7 Tage frei mit 12-Stunden-Schichten. Die Arbeit findet im Freien statt, bei wechselnden Witterungsbedingungen und mit Kontakt zu Hochdruckbohrungen, ätzender geothermischer Sole und Schwefelwasserstoff. Schutzausrüstung ist Pflicht: Helm, Handschuhe, Gehörschutz, Atemschutz.

In Deutschland ist die Situation differenzierter als in den klassischen Geothermie-Märkten. Bohrstandorte liegen häufig in Vorstadtgebieten - Pullach, Geretsried und Freiham sind Münchner Vororte, nicht entlegene Vulkanfelder. Die tägliche Pendelstrecke zur Baustelle kann realistisch sein. Dennoch: Bohrkampagnen laufen rund um die Uhr, und wer für Daldrup & Söhne oder Iceland Drilling arbeitet, muss Einsatzbereitschaft an wechselnden Standorten mitbringen.

Fernwärme-Betriebsrollen sind deutlich stadtgebundener. Techniker arbeiten in urbaner Infrastruktur mit regulären Arbeitszeiten, ergänzt um Bereitschaftsdienst für Störungseinsätze bei Spitzenlasten. Bürobasierte Rollen - Projektentwicklung, Genehmigungsmanagement, Finanzierung - bieten klassische Arbeitszeiten, erfordern aber regelmäßige Baustellenbesuche.

Wer Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr aus einem festen Büro arbeiten will, findet in der Geothermie durchaus Rollen: Projektentwickler, Genehmigungsspezialisten, Finanzanalysten. Aber die bestbezahlten Positionen mit den steilsten Karrierewegen erfordern Feldarbeit und Schichtbetrieb.

Wichtige Arbeitgeber

Fernwärme und Kraftwerksbetrieb

Bohrdienstleister

  • Daldrup & Söhne AG - Grünwald bei München. Auftragsbestand über 130 Millionen Euro. Größter Einzelauftrag der Firmengeschichte: Generalunternehmer für bis zu 10 Bohrungen im Raum Pullach (4.000-5.100 m Tiefe). Parallel bohrt das Unternehmen in Geiselbullach (EUR 16,8 Mio. Auftrag) und Prenzlau.
  • Iceland Drilling Company - Island, weltweit aktiv. Über 70 Jahre Erfahrung im geothermischen Bohren. Vertrag mit ON Power für 8 Produktionsbohrungen in Island (2025-2027). Joint Venture Elemental Energies für globale Einsätze.
  • Baker Hughes - weltweit. Bohrtechnologie, spezialisierte Bohrköpfe für Temperaturen über 200 °C und ORC-Kraftwerkstechnologie. Vertrag mit Fervo Energy für fünf ORC-Anlagen (300 MW, Inbetriebnahme bis 2028).

Next-Generation-Entwickler

Beratung und Forschung

  • GeoThermal Engineering GmbH (GeoT) - Karlsruhe, mit Büros in Bochum, Dresden und der Schweiz. Unabhängiges Planungsbüro für Tiefengeothermie weltweit: Exploration, Reservoirmodellierung, Projektmanagement.
  • Fraunhofer IEG - Bochum. Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie. Erstellt die nationale Geothermie-Roadmap und forscht an Hochtemperaturbohrtechnik.
  • LIAG (Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik) - Hannover. Führende Forschungseinrichtung für angewandte Geophysik. Entwickelt landesweite geothermische Potentialkarten und führt seismische Messkampagnen durch.

Quereinstieg aus verwandten Branchen

Die engste Verwandtschaft besteht zur Öl- und Gasindustrie. Richtungsbohren, Bohrlochkonstruktion, Zementation, Bohrspülungen, Downhole-Werkzeuge und Reservoirmanagement übertragen sich nahezu 1:1. Eavors Führungsteam umfasst Veteranen aus Halliburton und BHP. Wer auf einer Bohrplattform in der Nordsee gearbeitet hat, kann mit minimalem Umschulungsaufwand auf einer Geothermie-Bohrung in Bayern eingesetzt werden. Die Hauptunterschiede: höhere Temperaturen, längere Bohrlochlebensdauer und Reinjektion statt Fördermengendegression.

SHK-Handwerker (Sanitär, Heizung, Klima) wechseln natürlich in die Wärmepumpeninstallation und den Betrieb von Binärzyklus-Anlagen. Wärmetauscher, Fluidkreisläufe und Thermodynamik bilden die gemeinsame Basis.

Bauingenieure passen in die Fernwärme-Projektentwicklung, Bohrplatzinfrastruktur und Netzplanung. Genehmigungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfungen erfordern das gleiche Handwerk wie im Straßen- oder Tunnelbau.

Bergbauspezialisten - insbesondere Hartgesteinbohrer - kennen die Herausforderungen der Arbeit unter extremen Bedingungen. EGS-Projekte, die bis 5.000 m in kristallines Gestein bohren, überschneiden sich erheblich mit Tiefbergbauoperationen.

Österreich und die Schweiz

Österreich steht am Beginn seiner Tiefengeothermie-Entwicklung. In Wien bohren OMV und Wien Energie drei Bohrungen auf über 3.000 m Tiefe im Stadtteil Aspern. Erste Anlage: 20 MWth, Inbetriebnahme 2028. Langfristig sollen rund 200.000 Wiener Haushalte geothermisch beheizt werden. Niederösterreich investiert mit EVN knapp 100 Millionen Euro in eine Explorationskampagne - erste Anlage bis 2030, zweite bis 2035. Der Klima- und Energiefonds hat ein 10-Millionen-Euro-Förderprogramm für Tiefengeothermieprojekte aufgelegt.

Die Schweiz geht vorsichtiger vor. Das Projekt Haute-Sorne im Jura hat nach der Bohrung auf 4.000 m und positiven Stimulationstests im Juli 2025 die seismische Sensibilität als mehr als 60-mal geringer als beim Basler Projekt von 2006 eingestuft. Swiss Geo Energy führt eine der größten geophysikalischen Onshore-Kampagnen Europas in der Westschweiz durch; erste Anlage frühestens 2033. Die Schweizer Zurückhaltung nach dem Erdbeben in Basel weicht langsam, aber der Arbeitsmarkt bleibt klein.

Geothermische Tiefenbohrungen am Standort Trebur

Geothermische Tiefenbohrungen in Trebur, Hessen. Quelle: Ben Benzin / CC BY-SA 4.0

Für deutschsprachige Fachkräfte bieten die österreichischen Projekte den einfachsten Zugang: keine Sprachbarriere, bekanntes Regulierungsumfeld und wachsender Bedarf an Bohringenieuren, Geologen und Fernwärmetechnikern.

Was Geothermie vom Rest der Erneuerbaren unterscheidet

Geothermie-Anlagen laufen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Das ist ihr kommerzieller Vorteil - Netzbetreiber zahlen Prämien für zuverlässige Grundlastkapazität -, aber es definiert auch den Arbeitsrhythmus. Kraftwerke arbeiten im Dauerbetrieb mit Wechselschichten, Bohrkampagnen laufen 24/7, Fernwärmenetze müssen an kalten Morgen zuverlässig liefern.

In Deutschland sind die Bedingungen günstiger als in den meisten Geothermie-Märkten weltweit. Bohrstandorte liegen in Pendeldistanz zu Großstädten, gesetzliche Rahmenbedingungen sind durch das Beschleunigungsgesetz klar definiert, und die Nachfrage nach Fachkräften übersteigt das Angebot bereits heute. Mit 155 Projekten in der Pipeline und einem Ziel von 24.000 neuen Stellen bis 2030 ist der Einstiegszeitpunkt für die deutsche Geothermie so günstig wie nie.