Thermische Energietechnik-Jobs in den erneuerbaren Energien
Jobs im Bereich Thermische Energietechnik in der erneuerbaren Energie
Thermische Energietechnik befasst sich mit Wärmeübertragung, Wärmespeicherung und der Auslegung thermischer Anlagen, von Wärmetauschern und Dampferzeugern bis zu Hochtemperaturspeichern und Kühlsystemen. In der Energiewende rückt das Fach ins Zentrum, weil ein großer Teil des Energiebedarfs gar nicht als Strom, sondern als Wärme anfällt. Nach dem Umweltbundesamt werden in der deutschen Industrie etwa zwei Drittel der Endenergie für Prozesswärme verbraucht.
Wo thermische Ingenieure gebraucht werden
Das Fach ist breiter als die erneuerbare Wärme. Thermische Ingenieure berechnen Wärmeströme in Batteriespeichern und Leistungselektronik, legen Kühlkreisläufe für Elektrolyseure aus, dimensionieren Wärmetauscher für Fernwärmenetze und simulieren Temperaturfelder mit numerischer Strömungsmechanik (CFD). Die Grundlagen sind überall dieselben: Thermodynamik, Wärmeübertragung und Strömungslehre, meist erlernt in einem Studium des Maschinenbaus oder der Verfahrenstechnik.
Der Titel Thermal Engineer ist dabei eher die Ausnahme. In den Anzeigen heißen die Stellen meist Mechanical Engineer, Projektingenieur oder Research Scientist für CFD-Simulation, und erst die Aufgabenbeschreibung verrät den thermischen Schwerpunkt. Wer Simulation mit Versuchsarbeit verbindet, also Messdaten aus Prüfständen auswertet und damit Modelle kalibriert, hat bei Bewerbungen einen klaren Vorteil.
Drei Einsatzfelder prägen derzeit den Arbeitsmarkt. Das erste ist die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme, wo Dampf und Heißluft bisher überwiegend aus fossilen Brennstoffen stammen. Das zweite ist die Wärmeversorgung von Städten über Fernwärme und Großwärmepumpen. Das dritte, jüngste Feld sind thermische Speicher, die Strom aus Wind und Sonne in Wärme umwandeln und diese über Stunden oder Tage vorhalten.
Wärmebatterien als neues Geschäftsfeld
Auf Rejobs kommen die meisten Stellen derzeit von Start-ups, die Wärmespeicher für die Industrie bauen. Antora Energy in San Jose erhitzt Kohlenstoffblöcke mit günstigem Strom auf sehr hohe Temperaturen und gibt die Energie als Prozesswärme oder Strom wieder ab. Rondo Energy aus Alameda arbeitet mit Ziegelspeichern, die Dampf für Fabriken liefern, und die norwegische Kyoto Group mit Salzschmelzen. Gesucht werden Ingenieure für Speicherdesign, Tragwerksplanung, Werkstoffe und Testanlagen, die Materialien bei Temperaturen testen, bei denen Standardstahl versagt.
Auch die Fusionsforschung stellt thermische Ingenieure ein. Commonwealth Fusion Systems und Helion Energy suchen Maschinenbauer, etwa für supraleitende Magnetsysteme, bei denen Kühlung und Wärmeabfuhr über den Betrieb entscheiden.
Fernwärme im Umbau
In Deutschland findet der größte Teil der thermischen Arbeit bei Stadtwerken und Wärmeversorgern statt. Die BEW Berliner Energie und Wärme gehört zu den Arbeitgebern, die hier regelmäßig Ingenieure suchen, denn sie muss ihre Heizkraftwerke auf neue Wärmequellen umstellen. Am Standort Reuter West soll 2027 eine Großwärmepumpe mit 75 Megawatt in Betrieb gehen, die Abwärme aus gereinigtem Abwasser nutzt. Solche Projekte verlangen Ingenieure, die Temperaturniveaus, Speicher und Strompreise gemeinsam optimieren, eine Aufgabe zwischen klassischer Kraftwerkstechnik und Wärmepumpen.
Der Bedarf ist groß: Erneuerbare Energien deckten 2025 erst 19,0 Prozent des deutschen Wärmeverbrauchs, gegenüber 55,1 Prozent beim Strom.
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