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Technische Prüfung und Inspektion-Jobs in den erneuerbaren Energien
Jobs im Bereich Technische Prüfung und Inspektion in der erneuerbaren Energie
Prüf- und Inspektionsfachleute in der Energiewirtschaft untersuchen Windenergieanlagen, Solarmodule, Batteriezellen und elektrische Betriebsmittel im Labor und im Feld, mit zerstörungsfreien Prüfverfahren, Messtechnik und Sichtprüfung, und dokumentieren, ob sie sicher und vertragsgemäß funktionieren. Ihre Befunde entscheiden über Abnahmen, Gewährleistungsansprüche und die Frage, ob eine Anlage weiterlaufen darf.
Am deutlichsten zeigt sich der Bedarf beim alternden Windpark-Bestand. Nach dem Halbjahresbericht der Deutschen WindGuard standen zum 30. Juni 2026 in Deutschland 29.216 Windenergieanlagen an Land mit zusammen rund 70 GW. Davon sind 9.977 Anlagen älter als 20 Jahre und haben keinen Förderanspruch mehr, in den nächsten fünf Jahren fallen weitere 8,4 GW aus der Förderung. Jede dieser Anlagen, die weiterbetrieben werden soll, braucht ein Gutachten, das Tragstruktur, Rotorblätter und Maschinenbau auf ihre Restlebensdauer prüft.
Was die Arbeit umfasst
Das Feld hat drei Schwerpunkte. Die wiederkehrende Prüfung im Betrieb umfasst Inspektionen von Windenergieanlagen durch Sachverständige, Befahrungen und Drohnenaufnahmen der Rotorblätter sowie Prüfungen elektrischer Anlagen nach DGUV Vorschrift 3. Wo dabei Schäden auffallen, übernehmen Spezialisten für Rotorblattprüfung und -reparatur die Instandsetzung.
Zerstörungsfreie Prüfung ist der zweite Schwerpunkt. Ultraschall-, Magnetpulver-, Farbeindring- und Röntgenprüfer untersuchen Schweißnähte an Türmen und Fundamenten, Schrauben an Flanschverbindungen und Gussteile im Triebstrang. Die Qualifikation nach DIN EN ISO 9712 in den Stufen 1 bis 3 ist hier die Eintrittskarte; Prüfer der Stufe 2 tragen den Großteil der Feldarbeit.
Der dritte Schwerpunkt ist das Labor. Hersteller und Forschungseinrichtungen testen Batteriezellen auf Alterung und Sicherheit, vermessen Solarmodule, prüfen Leistungselektronik unter Last und charakterisieren Werkstoffe. Diese Arbeit liegt nahe an der Qualitätssicherung und der Entwicklung in der Batterietechnologie; Titel wie Cell Validation Engineer, Laboratory Technician oder LabVIEW Controls Engineer stehen für sie.
Wer einstellt
Die meisten Stellen in unseren Anzeigen kommen von Herstellern mit eigenen Prüffeldern. Das Fusionsunternehmen Commonwealth Fusion Systems testet in Devens Magnete und Komponenten, Nordex sucht Prüf- und Zuverlässigkeitsfachleute, und der Leistungselektronikhersteller AEG Power Solutions prüft Gleichrichter und Stromversorgungen, unter anderem für Elektrolyseure. Hinzu kommen Speicherhersteller wie Eos Energy und Antora sowie der italienische Energiekonzern Enel. Klassische Prüforganisationen wie TÜV, DEKRA und DNV stellen ebenfalls ein, rekrutieren aber häufig über eigene Kanäle.
Gefragte Profile
Typisch sind eine Ausbildung als Werkstoffprüfer, Elektroniker oder Mechatroniker oder ein Ingenieurstudium, ergänzt um Prüfqualifikationen und Befahrungsnachweise. Für Arbeiten in Windenergieanlagen ist das GWO-Basistraining praktisch Pflicht. Mit dem wachsenden Anteil älterer Anlagen im Betrieb verschiebt sich die Nachfrage von der Abnahme neuer Parks zur Bewertung der Restlebensdauer, und dafür braucht es Prüfer, die Befunde nicht nur erfassen, sondern ingenieurmäßig einordnen können.