Flächensicherung und Pacht-Jobs in den erneuerbaren Energien
Jobs im Bereich Flächensicherung und Pacht in der erneuerbaren Energie
Flächensicherer und Land Manager in der Energiewirtschaft verhandeln mit Grundeigentümern, Landwirten und Kommunen über die Nutzung von Flächen für Wind- und Solarparks, Speicher, Umspannwerke und Kabeltrassen und sichern diese Rechte vertraglich und im Grundbuch ab. Ohne ihre Arbeit gibt es kein Projekt: Ein Standort mit bestem Wind und freiem Netzanschluss ist wertlos, solange die Eigentümer nicht unterschrieben haben.
Die Knappheit ist politisch gemacht und entsprechend gut messbar. Ende 2024 waren laut BSW-Solar etwas mehr als ein Prozent der Fläche Deutschlands als Windenergiegebiete ausgewiesen, effektiv verfügbar aber nur 0,73 Prozent, weil ein Großteil bereits bebaut ist; Freiflächen-Photovoltaik belegte rund 0,1 Prozent der Landesfläche. Sobald ein Regionalplan neue Gebiete festlegt, konkurrieren mehrere Entwickler um dieselben Flurstücke, und wer zuerst mit einem überzeugenden Angebot am Küchentisch sitzt, hat meist den Vorteil.
Was die Arbeit umfasst
Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Gesprächen. Flächensicherer im Außendienst identifizieren Eigentümer, oft Dutzende für einen einzigen Windpark, erklären das Vorhaben und verhandeln Nutzungsverträge mit Laufzeiten von 20 Jahren und mehr. Bei der Windenergie an Land haben sich Flächenpools durchgesetzt, in denen die Pacht nicht nur an den Eigentümer des Anlagenstandorts fließt, sondern auch an die Nachbarn, deren Flächen in den Abstandsbereichen liegen. So lässt sich verhindern, dass ein einzelner Eigentümer das ganze Projekt blockiert.
Hinzu kommt die rechtliche Absicherung: beschränkte persönliche Dienstbarkeiten im Grundbuch, Wegerechte für Zufahrten und Kabel, Vereinbarungen über Ausgleichsflächen und Rückbau. Hier arbeiten Flächensicherer eng mit Juristen aus Recht und Vertragsmanagement und mit Kollegen aus GIS und Fernerkundung zusammen, die Flurstücke, Eigentümerlisten und Planungsgrenzen abgleichen. Auch die Kommunen sind Verhandlungspartner: Nach § 6 EEG dürfen Betreiber von Windenergie- und Freiflächenanlagen betroffenen Gemeinden 0,2 Cent je Kilowattstunde anbieten, was in vielen Gemeinderäten über die Zustimmung mitentscheidet.
Wer einstellt
Fast alle Stellen kommen von Projektentwicklern. In Deutschland suchen der Bremer Entwickler wpd und Q ENERGY Mitarbeiter für die Flächensicherung, in Frankreich IRISOLARIS, in Großbritannien Scottish Power, das Land Manager und Estates Surveyors in Glasgow beschäftigt. Hinzu kommen Solarentwickler, die Flächen für Photovoltaik-Großanlagen und Batteriespeicher suchen. Glasgow, Berlin und Hamburg sind die wichtigsten europäischen Standorte, die Arbeit selbst findet allerdings überwiegend im ländlichen Raum statt, oft mit Dienstwagen und viel Zeit auf der Straße.
Gefragte Profile
Einen festen Ausbildungsweg gibt es nicht. Erfolgreiche Flächensicherer kommen aus der Landwirtschaft, der Immobilienwirtschaft, dem Vermessungswesen oder der Regionalplanung; Agrarwissenschaftler haben den Vorteil, die Sprache der Eigentümer zu sprechen. Entscheidend sind Verhandlungsgeschick, Geduld und Ortskenntnis, denn in Dörfern spricht sich jedes Angebot herum. Mit dem Übergang von der Flächenausweisung zum Bau verschiebt sich die Arbeit zunehmend von der Erstakquise zur Betreuung bestehender Verträge, zu Repowering-Verhandlungen auf Altstandorten und zur Absicherung von Leitungstrassen für Netzanschlüsse.
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