Cybersicherheit-Jobs in den erneuerbaren Energien
Cybersicherheit-Jobs in der erneuerbaren Energie
Cybersicherheit in der erneuerbaren Energie schützt die IT-Systeme von Versorgern, Netzbetreibern und Projektentwicklern vor Angriffen, von Kundendaten bis zu den Plattformen, über die Tausende Anlagen gesteuert und vermarktet werden. Der Druck steigt: Nach dem Lagebericht 2025 des BSI wurden im Berichtszeitraum täglich durchschnittlich 119 neue Schwachstellen bekannt, 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der beim BKA angezeigten Ransomware-Angriffe blieb mit rund 950 auf hohem Niveau.
Warum die Energiewende die Angriffsfläche vergrößert
Ein Kohlekraftwerk war ein abgeschlossener Standort mit eigener Leittechnik. Ein modernes Stromsystem besteht dagegen aus Zehntausenden Wind- und Solarparks, Batteriespeichern, Wallboxen und Wärmepumpen, die über das Internet überwacht, gesteuert und am Strommarkt vermarktet werden. Jede Schnittstelle zwischen Anlage, Direktvermarkter, Netzbetreiber und Cloud ist ein möglicher Einstiegspunkt. Hinzu kommt der Rollout intelligenter Messsysteme, deren Smart-Meter-Gateways nach den Technischen Richtlinien des BSI zertifiziert sein müssen und damit selbst zum Sicherheitsthema geworden sind.
Viele Energieunternehmen waren lange klein, wuchsen schnell und bauten ihre IT pragmatisch auf. Heute müssen sie Sicherheitsstrukturen nachholen, die in Banken oder bei großen Versorgern seit Jahren Standard sind.
Die Rollen im Überblick
Auf Rejobs dominieren Security Engineers, Information Security Officers und GRC-Analysten, die sich um Governance, Risiko und Compliance kümmern. Engineers härten Systeme, betreiben Überwachung und Incident Response und sichern Cloud-Plattformen ab, über die Portfolios gesteuert werden. Informationssicherheitsbeauftragte bauen ein Managementsystem nach ISO 27001 auf, führen Risikoanalysen durch und bereiten Audits vor. Sie arbeiten eng mit dem IT-Betrieb und der Softwareentwicklung zusammen, denn Sicherheit wird zunehmend schon beim Bau neuer Plattformen mitgedacht.
Eine eigene Spezialisierung ist die Absicherung von Leittechnik und Anlagensteuerung. Hier geht es um SCADA-Systeme, Fernwirktechnik und Industrieprotokolle, bei denen Verfügbarkeit wichtiger ist als Vertraulichkeit und ein Patch nicht einfach eingespielt werden kann. Stellen wie OT Cyber Security Engineer oder OT Cybersecurity Technical Architect verbinden beide Welten und gehören zu den am schwersten zu besetzenden Profilen der Branche.
NIS-2 verschiebt die Verantwortung nach oben
Mit dem NIS-2-Umsetzungsgesetz fallen deutlich mehr Energieunternehmen unter gesetzliche Sicherheitspflichten als unter der alten KRITIS-Regulierung. Betroffene Unternehmen mussten sich beim BSI registrieren, und die gesetzliche Registrierungsfrist ist inzwischen abgelaufen. Die Verantwortung für das Risikomanagement liegt nun ausdrücklich bei der Geschäftsleitung. Das schafft Nachfrage nach Fachleuten, die technische Maßnahmen in Berichte für Vorstand und Aufsichtsbehörden übersetzen können.
Wer einstellt
Die meisten Stellen auf Rejobs kommen von Versorgern und Netzbetreibern: Scottish Power in Glasgow, Ørsted in Gentofte bei Kopenhagen, das niederländische Enexis und in Berlin die BEW Berliner Energie und Wärme. Mit Landis+Gyr stellt auch ein Hersteller von Messsystemen regelmäßig Sicherheitsfachleute ein. In Deutschland liegen die Schwerpunkte in Berlin, Hamburg und München.
Unter den häufigsten Stellentiteln überwiegen Engineering-Rollen deutlich gegenüber Governance-Rollen: Gesucht werden vor allem Fachleute, die Systeme selbst absichern, nicht nur Richtlinien schreiben.
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