Agri-Photovoltaik-Jobs in den erneuerbaren Energien
Agri-Photovoltaik-Jobs in der erneuerbaren Energie
Agri-Photovoltaik nutzt dieselbe Fläche doppelt: Solarmodule stehen hoch aufgeständert über Obstplantagen und Äckern oder senkrecht in Reihen auf Grünland, während darunter und dazwischen weiter Landwirtschaft betrieben wird. Das Potenzial ist beträchtlich. Eine Studie des Fraunhofer ISE kommt laut pv magazine auf 500 Gigawatt, die allein auf den am besten geeigneten landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland installiert werden könnten, deutlich mehr, als die Ausbauziele für die Solarenergie bis 2040 verlangen.
Kein gewöhnlicher Solarpark
Der Unterschied zur klassischen Freiflächenanlage liegt in der Pflicht zur Landwirtschaft. In Deutschland regelt die DIN SPEC 91434, wann eine Anlage als Agri-PV gilt, und das EEG knüpft daran eigene Ausschreibungsbedingungen. Frankreich ist mit dem Dekret vom 8. April 2024 noch strenger: Nach Darstellung von Connaissance des Énergies dürfen die Module höchstens 40 Prozent der Fläche überdecken, der landwirtschaftliche Ertrag darf gegenüber einer Referenzfläche um weniger als 10 Prozent sinken, und die Anlage muss der Landwirtschaft nachweislich nützen, etwa als Hagel- oder Hitzeschutz.
Für die Beschäftigten bedeutet das: Ein Agri-PV-Projekt wird nicht nur elektrisch, sondern auch agronomisch geplant. Reihenabstände, Modulhöhe und Lichtdurchlässigkeit richten sich nach der Kultur, nach der Breite der Landmaschinen und nach dem Weidevieh. Wer solche Studien erstellt, arbeitet mit Landwirten, Landwirtschaftskammern und Genehmigungsbehörden zugleich.
Wo die Stellen entstehen
Der aktivste Markt auf Rejobs ist derzeit Frankreich. IRISOLARIS und die GROUPE SOLGES suchen vor allem „Chargés d'études agrivoltaïques“, also Projektplaner, die Standorte bewerten, landwirtschaftliche Konzepte ausarbeiten und Genehmigungsunterlagen vorbereiten, dazu Außendienstmitarbeiter, die Landwirte als Flächeneigentümer gewinnen. Montpellier, Nancy, Poitiers und Rennes sind typische Standorte. In den USA baut Silicon Ranch Solarparks mit Schafbeweidung, in Deutschland treten Anbieter wie GOLDBECK SOLAR, BayWa r.e. und der Montagesystemhersteller Schletter auf.
Die Stellen gleichen der klassischen Projektentwicklung, mit einem stärkeren Gewicht auf Flächensicherung und Pacht. Hinzu kommen Ingenieure für Unterkonstruktionen, denn aufgeständerte Systeme mit mehreren Metern Durchfahrtshöhe stellen andere statische Anforderungen als flache Reihen im Solarpark.
Welche Profile gefragt sind
Den Vorsprung haben Menschen mit doppeltem Hintergrund. Ein Studium der Agrarwissenschaften, kombiniert mit Erfahrung in Photovoltaikplanung, ist selten und begehrt, weil beide Seiten im Projekt ernst genommen werden müssen. Auch Quereinsteiger aus der landwirtschaftlichen Beratung finden Wege in die Branche, etwa bei der Kontaktpflege zu Betrieben oder beim Monitoring der Erträge.
Der Engpass liegt dabei weniger bei den Flächen als beim Netz. Schon die Fraunhofer-Studie nennt fehlende Netzanschlusspunkte als begrenzenden Faktor für viele Standorte, und damit entscheidet oft die Netzsituation im Landkreis, ob aus einem geeigneten Acker ein Projekt wird.
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