Offshore-Windenergie-Jobs in den erneuerbaren Energien
Offshore-Windenergie-Jobs in der erneuerbaren Energie
Offshore-Windenergie bezeichnet Windparks auf See, deren Anlagen auf Fundamenten im Meeresboden oder auf schwimmenden Plattformen stehen und über Seekabel und Konverterplattformen an das Stromnetz an Land angeschlossen sind. In Deutschland drehten sich laut dem Halbjahresbericht der Deutschen WindGuard zum 30. Juni 2026 1.764 Anlagen mit rund 10,8 Gigawatt; im ersten Halbjahr kamen 84 Anlagen mit 1,1 Gigawatt hinzu. Knapp 9 Gigawatt stehen in der Nordsee, 1,8 Gigawatt in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern.
Ein Arbeitsmarkt mit Zentrum in Hamburg
Offshore-Wind ist der internationalste Teil der Windenergie. Hamburg liegt auf Rejobs bei den Offshore-Stellen mit großem Abstand vorn, gefolgt von Kopenhagen, London, Aberdeen und den dänischen Standorten Esbjerg und Vejle. Die Sprache in Projektteams ist fast immer Englisch, und wer in Hamburg für Ørsted, RWE oder Vattenfall arbeitet, stimmt sich täglich mit Kollegen in Dänemark, Großbritannien oder Taiwan ab.
Die Rollen folgen den Projektphasen. In der Entwicklung und Planung arbeiten Projektingenieure, Juristen und Vertragsmanager, die Lieferverträge für Turbinen, Fundamente und Kabel verhandeln. In der Bauphase übernehmen Fachleute für Meeres- und Offshoretechnik die Planung von Installationskampagnen, Schiffseinsätzen und Wetterfenstern. Installationsspezialisten wie Seaway7 suchen dafür Ingenieure mit Erfahrung aus Öl und Gas oder dem Schiffbau. Auf der elektrischen Seite sind Spezialisten für Hochspannungstechnik gefragt, denn Umspannwerke auf See und die Anbindung ans Übertragungsnetz sind die teuersten und anfälligsten Teile eines Parks.
Service auf hoher See
Nach der Inbetriebnahme beginnt eine Betriebsphase von 25 Jahren und mehr. Windkraftanlagentechniker arbeiten offshore meist in Schichtsystemen, wohnen auf Serviceschiffen oder Plattformen und werden per Crew-Transfer-Schiff oder Hubschrauber zu den Anlagen gebracht. Neben der GWO-Grundausbildung verlangen Arbeitgeber das Offshore-Sicherheitstraining und eine arbeitsmedizinische Tauglichkeit. Deutsche Windtechnik, Vestas und Semco Maritime stellen auf Rejobs regelmäßig Servicetechniker, Hochspannungstechniker und Seilzugangstechniker ein; die Betriebsführung von Windparks ist der Weg für alle, die das Wartungsgeschäft von Land aus steuern wollen.
Projekte bis Mitte der 2030er
Die Pipeline ist gut gefüllt, aber zeitlich gestreckt. Im Projekt Borkum Riffgrund 3 und in EnBW He Dreiht speist bereits ein Großteil der Anlagen ein, im Nordseecluster A begann die Turbineninstallation im Juni 2026, im Vattenfall-Projekt Nordlicht I im Juli der Bau. Weitere 17,5 Gigawatt haben einen Zuschlag oder einen Anspruch auf Netzanbindung, sind aber noch nicht im Bau.
Der Ausbau hat allerdings an Tempo verloren. Die Ausschreibung der zwei zentral voruntersuchten Flächen N-10.1 und N-10.2 im August 2025 blieb ohne ein einziges Gebot, und der Flächenentwicklungsplan wurde seither zweimal geändert, um Ausschreibungen zu verschieben oder zu streichen. Für 2027 ist eine Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes mit neuen Ausschreibungsregeln in Vorbereitung. Gesucht sind deshalb auch Fachleute, die Erlösmodelle, Differenzverträge und Stromlieferverträge verstehen und ein Offshore-Projekt wieder finanzierbar machen.
Das gesetzliche Ziel von 30 Gigawatt bis 2030 ist nach Einschätzung der WindGuard zeitlich nicht mehr zu erreichen; die 40 Gigawatt für 2035 wären es bei planmäßiger Umsetzung aller Projekte noch.
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