Jobs in der Onshore-Windenergie
Fachkräfte der Onshore-Windenergie planen, errichten und betreiben landgestützte Windenergieanlagen - von der Standortanalyse und Genehmigungsplanung über Bau und Netzanschluss bis zum jahrzehntelangen Betrieb und Wartung. Europas Windenergie-Sektor beschäftigt 443.000 Menschen, und Onshore-Wind dominiert: 2025 wurden europaweit rekordmäßige 17 GW neuer Onshore-Kapazität installiert, sodass die gesamte Windleistung 304 GW erreichte.
Deutschland als europäischer Leitmarkt
Deutschland ist mit Abstand der größte Onshore-Windmarkt Europas. Die installierte Onshore-Leistung beträgt rund 68 GW, und allein im ersten Halbjahr 2025 wurden 409 neue Anlagen mit 2,2 GW in Betrieb genommen - so viel wie seit 2017 nicht mehr. Die Genehmigungszahlen stiegen im gleichen Zeitraum um 47 % auf 7,3 GW, was für das Gesamtjahr einen Zubau von 4,8 bis 5,3 GW erwarten lässt. Im On- und Offshore-Bereich waren 2023 insgesamt 124.600 Menschen beschäftigt, und der Fachkräftebedarf wächst mit den Ausbauzielen.
Wer stellt ein
Die Arbeitgeber lassen sich in drei Kategorien unterteilen: Turbinenhersteller wie Vestas, Nordex und ENERCON, die Servicetechniker, Steuerungsingenieure und Fertigungspersonal suchen; unabhängige Projektierer wie wpd, BayWa r.e. und UKA, die Projektmanager, Flächenakquisiteure und Genehmigungsplaner benötigen; sowie herstellerunabhängige Servicefirmen wie Deutsche Windtechnik, die Turbinen verschiedener Fabrikate warten und damit eine eigene Karriereperspektive bieten.
Gefragte Positionen
Servicetechniker bilden die größte Berufsgruppe. Einstiegsgehälter liegen bei €35.000-45.000 jährlich, erfahrene Techniker mit Spezialisierung auf Rotorblattwartung, Hochspannungssysteme oder SCADA-Diagnostik erreichen €60.000-75.000. Projektmanager sind die zweithäufigste Position und koordinieren Genehmigungsverfahren, Netzanschluss und Bauausführung über mehrere Standorte hinweg. Eine für Onshore-Wind spezifische Rolle sind Flächenmanager, die Pachtverträge mit Grundstückseigentümern aushandeln - eine Aufgabe, die es in der Offshore-Windenergie nicht gibt.
Repowering als Wachstumstreiber
Repowering - der Ersatz alternder Anlagen durch moderne Turbinen an bestehenden Standorten - gewinnt an Bedeutung. In Europa wurden 2025 rund 2 GW Onshore-Kapazität repowert. Moderne Anlagen am gleichen Standort liefern 20-35 % mehr Energie, häufig ohne neue Umweltgenehmigungen oder Netzanschlüsse. Das schafft spezialisierte Aufgaben: Rückbau alter Anlagen, Fundamentbewertung und Logistikplanung für größere Gondeln und längere Rotorblätter - und bevorzugt Techniker, die sowohl ältere als auch aktuelle Anlagentypen kennen.
Fachkräftemangel und Einstiegschancen
WindEurope prognostiziert einen Bedarf von 607.000 Beschäftigten bis 2030, gegenüber 443.000 heute. Am dringendsten fehlen 7.000 Blatttechniker, 6.500 Feldingeniere und 5.000 Vormontage-Techniker. Acht der zehn kritischsten Mangelberufe setzen eine Berufsausbildung voraus, nicht ein Hochschulstudium. Onshore-Wind gehört damit zu den Bereichen der erneuerbaren Energien, die für Quereinsteiger aus Elektro-, Mechanik- oder Bauberufen am besten zugänglich sind.