Regelungs- und Automatisierungstechnik-Jobs in den erneuerbaren Energien
Jobs im Bereich Regelungs- und Automatisierungstechnik in der erneuerbaren Energie
Regelungs- und Automatisierungstechniker entwerfen, programmieren und prüfen die Steuerungen, Messtechnik und Regelalgorithmen, mit denen Windturbinen, Wechselrichter, Speicher und Produktionslinien selbstständig und sicher arbeiten. Ihre Arbeit entscheidet, ob eine Anlage auf Netzstörungen richtig reagiert. Der Bedarf wächst mit jedem Speicher: Der Szenariorahmenentwurf der Übertragungsnetzbetreiber rechnet bei Großbatteriespeichern mit einem Anstieg von 2,7 GW im Referenzjahr 2025 auf 84 bis 103 GW im Jahr 2045.
Von der SPS bis zur Netzregelung
Das Feld reicht von der Maschine bis zum Netz. In Werken und an einzelnen Anlagen programmieren Automatisierungsingenieure speicherprogrammierbare Steuerungen, legen Sensorik und Instrumentierung aus und schreiben die Sicherheitslogik, die eine Turbine bei Sturm oder ein Speicher bei Überhitzung abschaltet. Auf der nächsten Ebene regeln Parkregler die Einspeisung eines ganzen Wind- oder Solarparks nach den Vorgaben des Netzbetreibers. Die Überwachung vieler Anlagen aus einer Leitwarte gehört dagegen zu den SCADA-Systemen, und die Hardware der Umrichter zur Leistungselektronik.
Netzbildende Wechselrichter
Die anspruchsvollste Regelungsaufgabe der kommenden Jahre ist die Netzstabilität. Bisher lieferten große Kraftwerke mit ihren rotierenden Generatoren die Momentanreserve, die Frequenzschwankungen abfängt. Diese Aufgabe sollen künftig auch netzbildende Wechselrichter übernehmen, die sich wie virtuelle Synchronmaschinen verhalten. Im Projekt GFI-Pilot testen TEAG Thüringer Energie, das Fraunhofer IEE, mehrere Universitäten und TenneT solche Regelungen bis Ende 2028 in einem rund 150 Kilometer ausgedehnten Testnetz, gefördert mit etwa 5,5 Millionen Euro. Wer Regelungstechnik, Netzphysik und Simulation verbindet, findet hier eines der gefragtesten Profile der Branche.
Auch bei Batteriespeichersystemen ist Regelung der Kern: Ein Großspeicher handelt am Strommarkt, stützt die Frequenz und schützt dabei seine Zellen. Die Regelstrategie entscheidet über Erlöse und Lebensdauer zugleich.
Wer einstellt
Auf Rejobs suchen Netztechnikhersteller wie Hitachi Energy, Betreiber wie Iberdrola und NextEra Energy sowie Fusionsunternehmen wie Helion Energy und Commonwealth Fusion Systems, die schnelle Regelungen für Magnete und Plasma entwickeln. In Delft entwickelt Kitepower Flugwindkraftanlagen, deren Drachen vollständig automatisch gesteuert werden. Häufige Titel sind Control Systems Engineer, Automation Engineer, Control Room Operator und Controls Engineer. In Deutschland liegen die Stellen vor allem in Hamburg, Erlangen und Berlin; große Engineering-Zentren internationaler Konzerne sitzen im indischen Chennai und Noida.
Gefragte Kompetenzen
Erwartet werden Programmierkenntnisse nach IEC 61131-3, Erfahrung mit gängigen Steuerungsplattformen, Matlab und Simulink sowie Kenntnisse der Netzanschlussregeln. Wer Regelungen nicht nur entwirft, sondern auch bei der Inbetriebnahme auf der Baustelle abstimmt, ist besonders gefragt. Bei einem Speicherausbau auf bis zu 103 GW bis 2045 wird diese Kombination eher knapper als häufiger.
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