Umspannwerksplanung-Jobs in den erneuerbaren Energien
Umspannwerksplanung-Jobs in der erneuerbaren Energie
Umspannwerksplaner entwerfen die Primär- und Sekundärtechnik von Umspann- und Schaltanlagen, also Transformatoren, Schaltfelder und Sammelschienen ebenso wie Schutz-, Leit- und Fernwirktechnik. Jeder Windpark, jede große Photovoltaikanlage und jeder Batteriespeicher braucht einen solchen Knotenpunkt, bevor die erste Kilowattstunde ins Netz fließt. Der Bedarf wächst mit dem Netzausbau: Die Bundesnetzagentur hält derzeit 118 von 159 vorgeschlagenen Ausbaumaßnahmen des Netzentwicklungsplans für bestätigungsfähig, dazu bis zu acht weitere Offshore-Anbindungssysteme bis 2037.
Primärtechnik und Sekundärtechnik
Die Primärtechnik umfasst alles, was Strom führt: Leistungstransformatoren, die etwa von 380 auf 110 Kilovolt umspannen, Leistungsschalter, Trenner, Wandler und die Sammelschienen. Die Sekundärtechnik überwacht und steuert diese Anlage. Dazu gehören Schutzgeräte, Stationsleittechnik und die Kommunikation nach IEC 61850, die in digitalen Umspannwerken Kupferverdrahtung durch Datennetze ersetzt. Viele Stellen verlangen ausdrücklich eine der beiden Seiten; wer beide versteht, übernimmt oft die Gesamtplanung oder die Rolle des Package Managers.
Wie ein Umspannwerk gebaut wird, hängt vom Standort ab. Amprion setzt gasisolierte Schaltanlagen nur dort ein, wo der Platz für eine Freiluftanlage fehlt. Auf Offshore-Plattformen und in dicht bebauten Städten, wo jeder Quadratmeter zählt, ist die kompakte Bauweise dagegen üblich.
SF6-Ausstieg verändert die Planung
Die meisten gasisolierten Anlagen arbeiten mit Schwefelhexafluorid, einem Isoliergas mit sehr hohem Treibhauspotenzial. Die EU-Verordnung 2024/573 legt deshalb gestaffelte Inbetriebnahmeverbote fest: Neue Schaltanlagen bis 24 Kilovolt dürfen seit dem 1. Januar 2026 nur noch ohne fluorierte Treibhausgase in Betrieb gehen, für die Ebene über 52 bis 145 Kilovolt gilt ab 2028 eine Obergrenze des Treibhauspotenzials von unter 1, oberhalb von 145 Kilovolt ab 2032. Für Planer bedeutet das neue Gerätetypen, andere Platzbedarfe und Ausschreibungen, in denen die Isoliertechnik zum Vergabekriterium wird.
Wer einstellt
Auf Rejobs führen das US-Ingenieurbüro Ulteig und der australische Übertragungsnetzbetreiber TransGrid die Anzeigen an, gefolgt von den Herstellern Siemens Energy und Hitachi Energy, dem Beratungsunternehmen Tractebel und Southern California Edison. Die Stellen verteilen sich auf die USA, Sydney und das Hinterland von New South Wales, Chennai, Calgary und Berlin. Typische Titel sind Substation Design Engineer, Substation Test Supervisor, Package Manager für Primärtechnik und System Protection Engineer; in deutschsprachigen Anzeigen taucht zudem der EQS Manager (m/w/d) auf, der die Qualität zugelieferter Komponenten verantwortet.
Karrierewege
Einstieg ist meist ein Studium der Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energietechnik, aber auch Techniker und Meister wechseln aus der Inbetriebnahme in die Planung. Von dort führen die Wege in die Hochspannungstechnik, die elektrische Schutztechnik oder zum Netzanschluss von Erzeugungsanlagen, wo Projektierer Umspannwerke und Anschlusspunkte mit dem Netzbetreiber abstimmen. Eng verwandt ist das Gesamtfeld der Stromübertragung und -verteilung.
Mit dem Leitungsbau wächst auch die Arbeit an den Knotenpunkten. Allein 2025 hat die Bundesnetzagentur rund 2.000 Kilometer neue Leitungen genehmigt, und jede dieser Trassen endet in Umspannwerken, die erweitert oder neu gebaut werden müssen.
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