Schweißtechnik und Metallbau-Jobs in den erneuerbaren Energien
Jobs im Bereich Schweißtechnik und Metallbau in der erneuerbaren Energie
Schweißer, Metallbauer und Schweißfachingenieure in der Energiewirtschaft fertigen und prüfen die Stahlkonstruktionen, ohne die keine Anlage steht: Türme und Fundamente für Windenergieanlagen, Druckbehälter für Elektrolyseure, Rohrleitungen für Geothermie- und Fernwärmeanlagen, Gestelle für Solarparks. Ihre Arbeit entscheidet über die Lebensdauer: Eine fehlerhafte Rundnaht an einem Monopile wird unter Wasser 25 Jahre lang von Wellen belastet und lässt sich dort kaum noch reparieren.
Das Handwerk ist in Deutschland breit aufgestellt. Nach einer Wertschöpfungsstudie des DVS hingen 2019 rund 429.000 Beschäftigte an der Füge-, Trenn- und Beschichtungstechnik, mit einem Wertschöpfungsbeitrag von 25,3 Milliarden Euro; die Zahlen sind einige Jahre alt, zeigen aber die Größenordnung. Über die Kurse des Verbands qualifizieren sich nach eigenen Angaben jedes Jahr mehr als 100.000 Fachkräfte, von der Schweißerprüfung bis zum Schweißfachingenieur.
Was die Arbeit umfasst
In der Energiebranche arbeiten Schweißer selten ohne Dokumentation. Für tragende Stahlbauteile gilt die EN 1090 mit ihren Ausführungsklassen, für die Qualifikation des Schweißers die DIN EN ISO 9606, für den Betrieb die Qualitätsanforderungen der ISO 3834. Jede Naht an einem Turmsegment oder einer Übergangsstruktur wird einer Schweißanweisung zugeordnet und anschließend durch Ultraschall- oder Röntgenprüfung kontrolliert; die Nähe zur Qualitätssicherung ist deshalb eng. Automatisierte Unterpulverschweißanlagen erledigen die langen Längs- und Rundnähte großer Rohre, während Handschweißer Anbauteile, Reparaturen und Montagenähte übernehmen.
Die Fertigung konzentriert sich auf wenige Standorte an der Küste, wo Monopiles, Transition Pieces und Umspannplattformen für die Offshore-Windenergie direkt aufs Schiff verladen werden. Auf Baustellen und in Anlagen kommen Rohrschweißer hinzu, die nach Plänen aus der Rohrleitungstechnik arbeiten.
Wer einstellt
Der aktivste Arbeitgeber in unseren Anzeigen ist das Fusionsunternehmen Commonwealth Fusion Systems, das in Devens bei Boston Magnete und Großkomponenten für seine Versuchsanlage SPARC fertigt, dazu kommen Turmhersteller wie Arcosa Wind Towers und Brennstoffzellenhersteller wie Bloom Energy. Im deutschsprachigen Raum sticht der oberösterreichische Hersteller Fronius heraus, der neben Wechselrichtern auch Schweißsysteme baut und Anwendungstechniker für Schweißtechnik sucht. Der dänische Offshore-Dienstleister Semco Maritime sucht Schmiede und Schweißer für seine Offshore-Projekte in Esbjerg. Die Mehrzahl der Anzeigen stammt allerdings aus nordamerikanischen Werken; in Deutschland werden Schweißerstellen häufig über regionale Kanäle und Personaldienstleister besetzt.
Gefragte Qualifikationen
Am Markt zählen gültige Prüfbescheinigungen mehr als Zeugnisse. Wer Rohrnähte in Zwangslagen im WIG- und E-Hand-Verfahren beherrscht und Zertifikate für hochfeste Feinkornbaustähle oder Duplexstähle vorweisen kann, findet in Offshore- und Wasserstoffprojekten die besten Bedingungen. Der Weg nach oben führt über die Weiterbildung zum Schweißfachmann, Schweißtechniker oder Schweißfachingenieur, die als Schweißaufsicht nach ISO 14731 Verantwortung für ganze Fertigungen übernehmen. Weil Hersteller zunehmend Roboter einsetzen, wächst zudem die Nachfrage nach Fachkräften, die Schweißroboter programmieren und die Nahtqualität anhand von Prozessdaten überwachen.
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