Solarthermie-Jobs in den erneuerbaren Energien
Solarthermie-Jobs in der erneuerbaren Energie
Solarthermie gewinnt Wärme statt Strom: Flach- oder Vakuumröhrenkollektoren erhitzen ein Wärmeträgermedium, das über einen Speicher Trinkwasser erwärmt, die Heizung unterstützt oder ein ganzes Wärmenetz speist. Der deutsche Markt dafür schrumpft deutlich. 2025 wurden nur noch 151.500 Quadratmeter Kollektorfläche verkauft, 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Wer hier eine Stelle sucht, sollte wissen, welcher Teil des Feldes wächst und welcher nicht.
Schrumpfender Bestand bei steigendem Ertrag
Die Jahreszahlen wirken zunächst widersprüchlich. Solarthermie lieferte 2025 in Deutschland 9,2 Milliarden Kilowattstunden Wärme und damit etwa fünf Prozent mehr als 2024, was an der höheren Einstrahlung lag. Das Umweltbundesamt rechnet dennoch mit sinkenden Beiträgen, weil immer mehr Altanlagen das Ende ihrer Lebensdauer erreichen und der Zubau das nicht ausgleicht. In der Schweiz ist die Entwicklung eindeutiger: Der Kollektorverkauf fiel 2025 um 18,9 Prozent auf 14.700 Quadratmeter, der Bestand sank auf 1.639.000 Quadratmeter, und die Solarwärmeproduktion ging mit 707 Gigawattstunden das vierte Jahr in Folge zurück.
Der Grund ist kein technischer. Photovoltaik in Kombination mit einer Wärmepumpe erledigt dieselbe Aufgabe auf derselben Dachfläche mit weniger Hydraulik, und die Förderlogik im Gebäudebereich folgt dieser Rechnung. Für Fachkräfte heißt das: Solarthermie ist im Einfamilienhaus kein Wachstumsfeld mehr.
Wärmenetze und Prozesswärme statt Einfamilienhaus
Die Ausnahme sind Großanlagen. Solarthermische Freiflächenanlagen speisen Wärmenetze in Kommunen, arbeiten mit saisonalen Speichern zusammen und erreichen Kollektorfelder im Hektarbereich. Diese Projekte sind Bauvorhaben mit Flächensicherung, Hydraulikplanung und Netzeinbindung, nicht Handwerksaufträge. Der Dettenhausener Hersteller Ritter XL Solar gehört zu den wenigen deutschen Anbietern, die solche Anlagen bauen, und die Nachfrage folgt der kommunalen Wärmeplanung.
Das zweite Wachstumsfeld ist industrielle Prozesswärme unterhalb von 150 Grad, wo Kollektorfelder Vorwärmung übernehmen. Beide Felder verlangen andere Profile als die Dachmontage: Verfahrenstechnik, Fernwärme-Hydraulik und Erfahrung mit Wärmespeicherung.
Österreich produziert für den Export
Der industrielle Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum liegt in Österreich. Ende 2024 waren dort über 4,3 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche in Betrieb, die 1.950 Gigawattstunden Nutzwärme lieferten; die Branche setzte 94,8 Millionen Euro um und sicherte rund 700 Vollzeitarbeitsplätze. Entscheidend für den Arbeitsmarkt ist aber die Exportquote: 232.145 der 2024 in Österreich hergestellten Quadratmeter gingen ins Ausland, rund 87 Prozent. Mit GREENoneTEC in St. Veit an der Glan sitzt der weltgrößte Hersteller von Flachkollektoren in Kärnten, und die Stellen dort hängen an der weltweiten Nachfrage, nicht am heimischen Absatz.
Im internationalen Vergleich lag Österreich 2023 bei der installierten Kollektorleistung je Kopf auf dem fünften Platz weltweit, hinter Barbados, Zypern, Griechenland und Israel.
Rollen und Einstieg
Im Gebäudebereich ist Solarthermie Teil des SHK-Handwerks: Anlagenmechaniker montieren Kollektoren, setzen Solarstationen, befüllen Solekreisläufe und binden den Speicher ein. Im Anlagenbau entstehen Rollen als Projektingenieur solare Wärme, Planer für Kollektorfelder und Servicetechniker für Großanlagen; in der Fertigung solche in Produktion, Prüfung und Qualitätssicherung.
Wer sich in diesem Feld positioniert, tut es am besten über die Wärmeseite insgesamt. Die Kombination aus Kollektortechnik, Speicherhydraulik und Netzeinbindung ist innerhalb der Solarenergie selten und wird in der kommunalen Wärmeplanung gebraucht, während die reine Dachmontage von Kollektoren ein auslaufendes Geschäft ist.
Nicht die passende Stelle gefunden? Treten Sie unserem Talentpool bei